Coalition suisse pour la diversité culturelle
Schweizer Koalition für die kulturelle Vielfalt
Coalizione svizzera per la diversità culturale
Coaliziun svizra per la diversitad culturala

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    [2016-12-15]

    «Kultur- und Kreativwirtschaft muss zu einer politischen Priorität werden»

    Die EU muss endlich dafür sorgen, dass dieser Sektor besseren Zugang zu Finanzmitteln und mehr Förderung erhält, meint der CDU/EVP-Parlamentarier Christian Ehler. 
    «Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist der Wachstumsmotor Europas. Der Übergang der digitalen Wirtschaft in die traditionellen Produktionsprozesse und herkömmlichen Wertschöpfungsketten wird zunehmend durch die Kultur- und Kreativwirtschaft ersetzt. Das Ergebnis ist, dass die sogenannte Kreativwirtschaft in Europa wächst und eine entscheidende Rolle bei der Reindustrialisierung Europas und beim Wirtschaftswachstum spielt. Unser aller Ziel muss es jetzt sein, eine spezifische Strategie zu entwickeln, die zur Unterstützung der Kultur- und Kreativwirtschaft beiträgt.»  Ganzen Beitrag bei euractiv.de lesen...

    [2016-12-14]

    Forum auf Radio SRF1: «Beginnt mit TiSA der Ausverkauf des Service public?»

    Donnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr

    Es können im Voraus (siehe Link) online Fragen gestellt und Kommentare abgegeben werden.  Details zur Sendung

    [2016-12-10]

    TiSA und das Schweigen der Schweizer Medien

    Über die oberflächliche Behandlung, die dem Freihandelsabkommen TiSA in den Medien widerfährt, äussert sich unser Vorstandsmitglied Mathias Knauer in einem Beitrag in der infosperber-Rubrik «kontertext».  Text lesen

    [2016-12-04]

    Patrimoine culturel: Déclaration d'Abou Dhabi

    Sous l'impulsion de Paris et d'Abou Dhabi, une conférence internationale a réuni des représentants d'une quarantaine d'Etats et d'institutions privées; elle a approuvé samedi la création d'un fonds financier et d'un réseau de refuges pour protéger le patrimoine en période de conflit. 
    Ces deux engagements sont contenus dans la «Déclaration d'Abou Dhabi», adoptée par consensus en présence du président français François Hollande, de l'homme fort des Emirats arabes unis Mohammed ben Zayed Al-Nahyane et de la directrice générale de l'Unesco Irina Bokova. La conférence d'Abou Dhabi a été convoquée à la suite d'une série de destructions commises ces dernières années par des jihadistes en Irak, en Syrie, au Mali et en Afghanistan. «Nous nous engageons à poursuivre deux objectifs ambitieux et pérennes pour garantir la mobilisation de la communauté internationale en faveur de la sauvegarde du patrimoine», affirme la Déclaration. «la constitution d’un fonds international pour la protection du patrimoine culturel en péril en période de conflit armé, qui permettrait de financer des actions préventives ou d’urgence, de lutter contre le trafic illicite de biens culturels, ainsi que de participer à la restauration de biens culturels endommagés». «La création d’un réseau international de refuges pour sauvegarder de manière temporaire les biens culturels mis en péril par les conflits armés ou le terrorisme, sur leur territoire, (...) dans un pays limitrophe, ou, en dernier ressort, dans un autre pays, en accord avec les lois internationales à la demande des gouvernements concernés«. M. Hollande a confirmé que le siège du fonds financier serait à Genève et que l'objectif était de réunir au moins 100 millions de dollars, dont 30 seront versés par la France.  Emirates News Agency (anglais)

    [2016-11-22]

    TiSA-Offerte der EU veröffentlicht

    Die EU hat ihre zweite revidierte Offerte veröffentlicht. Sie sieht (p.19 s.) für Kultur und Sport, sowie für die Audivision (Film, Radio, TV, p. 125 s.) nach Ländern und Sparten differenzierte Ausnahmen vor.  PDF

    [2016-11-16]

    France: Rapport sur les enjeux numériques des négotiations ACS/TiSA/TAFTA

    Le Gouvernement français appelle la Commission européenne à mettre en place un régime de circulation des données ouvert et favorable à l’innovation tout en préservant les intérêts européens dans les accords commerciaux.  Communiqué / rapports

    [2016-11-11]

    McDonald's verklagt Florenz auf 18 Millionen wegen Kulturentscheid – McDonald's attaque la ville italienne de Florence en justice

    Oggi McDonald's chiede 17,8 milioni di euro di danni alla città di Firenze per aver fermato l'apertura di un ristorante dell'azienda in piazza del Duomo, classificata come patrimonio mondiale dell'Unesco. 
    La città di Firenze cerca di promuovere la filosofia Slow Food, la cultura culinaria locale, studia l'apertura di orti comunitari e orti sui tetti, questa città promuove un'alimentazione più sana per i suoi cittadini e tenta di conservare il suo patrimonio culinario e storico. – Nel giro di poco, una petizione ha raccolto quasi 25.000 firme.  Petizione su change.org

    Le Monde

    Im Unterschied zum krisengeschüttelten Porto, wo das historische Café Imperial von McDonald's usurpiert wurde (Bilder), zeigt die Bürgerschaft in Florenz Rückgrat.

    [2016-11-07]

    Rasez ces médias suisses… qu’on voie la mer (internet) !
    Nieder mit den Schweizer Medien? Alle Macht dem (Internet)Markt?!

    Tagung und Diskussionsrunde am 14. November 2016, Solothurn, Altes Spital, 9–17 Uhr 
     

    Invitation + programme / Einladung + Programm

    [2016-10-25]

    Zweite, revidierte TiSA-Offerte der Schweiz

    Die Schweiz hat ihre revidierte Offerte, die zum 21. Oktober einzureichen war, veröffentlicht. Auch in dieser findet sich keine Referenz auf die Unesco-Konvention 2005. Die horizontalen Vorbehalte sind vollständig umformuliert worden. Es gibt einen generellen Subventionsvorbehalt (Inländerbevorzugung); betreffend Marktzugang scheinen die Reserven der früheren Offerte im Kulturbereich für die Modes 1-3 aufgegeben zu sein. Die Website des seco gibt keine Erläuterungen über die Gründe der Umbauten. 

    PDF: TiSA, 2. revid. Offerte

    Seco-Website

    [2016-10-15]

    Bedrohen die FHA unsere Erziehungssysteme?

    «Do free trade deals pose a threat to higher education?» fragen Tino Brömme and Barnaby Britten in einem lesenswerten Artikel. 
    [...] In the gigantic Trade in Services Agreement, or TiSA, between 52 countries, education is explicitly mentioned. According to TiSA documents published by WikiLeaks, “states would be prohibited from requiring [educational] services to have a local presence, or from limiting the participation of foreign capital in such services”.

    This would be of great interest to corporate giants such as Pearson, the Bertelsmann Group, online education providers like Coursera and in the near future why not also Silicon Valley tech firms. After all, investment dollars in ‘ed tech’ grew by a staggering 503% between 2010 and 2014, as noted by tech market analysis platform CB Insights. [...]  University World News

    [2016-10-13]

    BRD: Bundesverfassungsgericht billigt vorläufige Zustimmung zu CETA unter Bedingungen

    Ein Nein der deutschen Regierung zu Ceta, das sich später als verfassungsrechtlich zulässig erweisen würde, hätte nach Auffassung des Verfassungsgerichts schwerere Nachteile als der Fall, dass sich das Abkommen nach eingehender Prüfung des Gerichts als verfassungswidrig erweist. Der Erlass einer einstweiligen Anordnung würde sich negativ und irreparabel auf die internationale Stellung der EU auswirken. Die deutsche Regierung muss aber sicherstellen, dass ab dem kommenden Jahr ausschließlich Teile des Abkommens gelten, die in die Zuständigkeit der EU fallen. Die beschwerdeführenden Organisationen werten das Urteil als Teilerfolg. Der Kulturbereich ist somit von der vorläufigen Anwendung auszuklammern, da die Kultur nicht in den Zuständigkeitsbereich der EU, sondern der Mitgliedstaaten gehört. Über die mit den Eilanträgen verbundenen Verfassungsbeschwerden wird das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt verhandeln.  Pressemitteilung

    Stellungnahme Deutscher Kulturrat

    Erste Stellungnahme der Beschwerdeführer

    [2016-10-10]

    DGB fordert Änderungen bei CETA

    In einem Schreiben an Kommissionspräsident Juncker nennen die deutschen Gewerkschaften fünf Punkte, die für ein Eintreten auf CETA klar geregelt sein müssen. 
    Wie ZEIT online berichtet, fordert der DGB in einer Resolution "effektive und juristisch bindende Lösungen" für insgesamt fünf Probleme. Erstens müsse der Schutz ausländischer Investoren stärker begrenzt werden. Zweitens müsse die öffentliche Daseinsvorsorge klarer vom Vertrag ausgenommen werden. Auch dürften, drittens, Sozial- und Umweltstandards nicht als Handelshemmnisse interpretiert werden. Viertens müsse das europäische Vorsorgeprinzip stärker wirken als alle Regeln des Ceta-Vertrages. Zudem müsse, fünftens, ein Mechanismus entwickelt werden, der Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte und Umweltstandards ahnde.  Zeit Online

    Resolutionstext deutsch

    Resolution (english version)

    [2016-10-07]

    EU schickt CETA-«Beipackzettel» in die Vernehmlassung

    Der durchgesickerte Entwurf für ein «Joint Interpretative Declaration on the CETA» zu Handen der Mitgliedstaaten wird von der Presse schon ironisch als Beipackzettel bezeichnet.

    Der Text nimmt keinen Bezug auf einzelne umstrittene Vertragspassagen und bleibt bei unverbindlichen Versicherungen wie der, die Vertragstaaten behielten die Freiheit, ihr eigenes Recht zu schaffen und anzuwenden sowie wirtschaftliche Aktivitäten im öffentlichen Interesse zu regulieren, um damit «legitime Politikziele umzusetzen». Darunter werden auch der Konsumentenschutz oder die Stärkung und der Schutz der kulturellen Vielfalt genannt – die Passage wiederholt fast wörtlich den einschlägigen Text in der Präambel des Vertrags.

    Derlei «Interpretationen» sind indessen nicht mehr wert als die bekanntlich juristisch unverbindlichen Präambel-Erklärungen solcher Abkommen. Es wird damit zum Beispiel nicht repariert, dass zwar Kanada den gesamten Kulturbereich ausgenommen hat, die EU hingegen nur den Bereich der Audiovision (Art. 7.7, p.144 u.a.)

    Auffallend: das Thema Datenschutz wird nicht erwähnt.

    Von den vielen kritischen Stimmen zitieren wir hier den Kommentar von Guy Taylor von der britischen NGO Global Justice Now.

    «These leaked documents prove just how much trouble this toxic trade deal is in. They show a panicky commission in Brussels issuing a series of defensive declarations, organising extraordinary meetings of ministers, and staying in a permanent state of crisis to try and legitimise a trade deal that is deeply unpopular and deeply undemocratic.

    Now that TTIP is widely acknowledged to be effectively dead, Brussels is doing all it can to salvage CETA. The declaration has no legal basis, is devoid of substance and only goes to show how desperate the commission is to obtain support for a corporate coup that has been condemned across Europe.»  Global Justice Now

    Text «Joint Interpretative Declaration»


    [2016-10-07]

    L'opposition à TISA, TTIP, etc. s'organise en Suisse

    Un grand nombre de personnes de toutes les régions du pays a manifesté à Berne contre les accords de libre-échange et demande un autre type de commerce. 

    Photos...

    L’appel à la manifestation a été lancé par une vaste alliance de différentes organisations. La résolution suivante a été adoptée:

    La démocratie comme obstacle au commerce? Non, merci!
    Depuis plusieurs années, des négociations ont lieu sur différents accords de libre-échange qui concernent la Suisse, mais dans un cadre qui exclut la transparence et la participation démocratique. Pour l’accord TISA («Trade in Service Agreement» ou «Accord sur le commerce des services, ACS»), la Suisse est assise à la table des négociations. Concernant les accords TTIP («Transatlantic Trade and Investment Partnership» ou «Partenariat transatlantique sur le commerce et l’investissement, PTCI» entre les USA et l’UE) et CETA («Comprehensive Economic and Trade Agreement» ou «Accord économique et commercial global, AECG», entre le Canada et l’UE), on discute sur une possible intégration de la Suisse dans les discussions. Ce sont avant tout les grands groupes d’entreprises actifs sur le plan mondial qui profiteront de ces accords ainsi que de l’alignement vers le bas des normes environnementales et sociales qui en résulte. Au moyen de tribunaux d’arbitrage opaques, ces trusts peuvent empêcher l’introduction de lois qui leur déplaisent ou déposer des plaintes contre ces dernières, en réclamant à la Suisse des dédommagements de plusieurs milliards de francs. Ces démarches annulent ainsi l’Etat de droit, la souveraineté étatique et la démocratie. Ensemble contre les accords TTIP, TISA & Co et pour un autre type de commerce! Le monde n’a pas besoin de plus de commerce, mais d’un commerce équitable! Des mesures sont nécessaires au niveau mondial pour imposer des normes environnementales et sociales élevées, au lieu d’une déréglementation sans fin. Nous nous opposons à la menace d’une dictature imposée par les trusts, qui annule les structures démocratiques, l’Etat de droit et qui place les intérêts des entreprises multinationales au-dessus du bien-être de la société.

    • Nous demandons l’arrêt des négociations;
    • Nous demandons la transparence complète des négociations;
    • Nous demandons une votation populaire sur tous les accords de libre-échange.
     

    [2016-10-06]

    Broschüre über die Aussenwirtschaft der Schweiz

    Unter dem Titel «Handel statt Heimatschutz» publiziert Avenir Suisse «eine 3-Säulen-Strategie für den Aussenwirtchaft der Schweiz». 
    Zu TiSA gibt es einen kurzen Abschnitt, der den engen Horizont und den Tenor dieser Publikation gut zum Ausdruck bringt: «Durch das Abkommen sollen unter anderem die im Zuge der Digitalisierung wichtigen Datenflüsse geregelt werden. Vorgesehen ist die Gewährleistung des freien Informationsaustauschs zwischen den Akteuren der Teilnehmerstaaten. Weiter sollen Markteintrittsbarrieren in der Gesundheits-, Wasser- und Energieversorgung sowie bei der Bildung und im Finanzsektor abgebaut werden. Gerade für die Schweiz mit ihrem grossen Anteil an öffentlichen Eignern in den genannten Bereichen würde das Abkommen einen internen Reformschub auslösen, um die Leistungen effizienter und freier von politischen Partikularinteressen zu erbringen.» 

    Dokument als PDF

    [2016-10-04]

    TiSA: Bericht der EU über die September-Verhandlungsrunde

    Ein 7-seitiger summarischer Bericht der Kommission listet die Themen der 20. Verhandlungsrunde auf und nennt einige Punkte, wo wesentliche Differenzen bestehen. Der Bericht erlaubt keine Beurteilung der Entwicklungen in den wesentlichen Streitfragen. Bestätigt wird der Wille der «Really Good Friends», die Verhandlungen mit erhöhtem Tempo noch dieses Jahr zum Abschluß zu bringen. Ein Treffen der Chefunterhändler soll am 17./18. Oktober, eine weitere Verhandlungsrunde vom 2. bis 10. November stattfinden. Die Schweiz will eine revidierte zweite Offerte am 21. Oktober vorlegen. 

    Report of the 20th negotiation round

    [2016-10-03]

    Service public: La position de la SSR – contribution à la discussion
    Die Haltung der SRG – ein Diskussionsbeitrag

    Avec sa publication «Pour tous», la SSR détaille aujourd’hui sa propre position. Elle y précise ses valeurs, son action et ses engagements. Zur aktuellen Debatte publiziert die SRG mit dem Haltungspapier «Für alle» ihren eigenen Beitrag zur Diskussion. Sie nennt darin fest, wofür sie einsteht, wogegen sie sich wehrt und wohin sie sich entwickeln will. 

    «Für alle» [deutsche Version, PDF]

    «Pour tous» [version française, PDF]

    [2016-10-03]

    Manager wird «Kulturchef» bei SRF

    Die Geschäftsleitung von SRF ist wieder komplett: Neuer Abteilungsleiter Kultur wird Stefan Charles, seit 2011 kaufmännischer Direktor am Kunstmuseum Basel. Der 49-Jährige tritt am 1. Januar 2017 die Nachfolge von Nathalie Wappler an, die beim Mitteldeutschen Rundfunk MDR zur Programmdirektorin gewählt wurde.

    Stefan Charles verfügt über langjährige Managementerfahrung in der Schweizer und der internationalen Kulturszene. Seine Laufbahn begann der gebürtige Freiburger in der Musikproduktion und als Creative Direktor im Musikverlag der EMI Music in Berlin. Danach war er Geschäftsführer im Zürcher Rohstofflager, Abteilungsleiter Produktion und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste und zuletzt kaufmännischer Direktor am Kunstmuseum Basel. Unter die Ägide von Stefan Charles in Basel fielen massgeblich die strategische Neuausrichtung des Museums und der Bezug des Neubaus.

    Der künftige Kulturchef von SRF hat an der Hochschule Luzern einen Master in Kulturmanagement erlangt. An der Universität Zürich, wo er seit 2014 einen Lehrauftrag hat, absolvierte er ein CAS in Unternehmensführung. Weiter besuchte Charles an der Columbia Business School in New York das Executive Program in Digital Marketing Strategy. Die von Stefan Charles lancierte Internet-Plattform kulturkritik.ch wurde 2012 mit dem Greulich-Kulturpreis ausgezeichnet. In seiner neuen Funktion als Abteilungsleiter Kultur verantwortet der 49-Jährige bei SRF unter anderem Radio SRF 2 Kultur, die fiktionalen Eigenproduktionen, das Dokumentarfilm-Angebot und die Kulturplattform im Internet. Zusätzlich nimmt Stefan Charles in der Geschäftsleitung von 3sat Einsitz.

    SRF-Direktor Ruedi Matter: «Das Zusammengehen der Radio- und Fernsehredaktionen am neuen Kulturstandort in Basel ist eines der wichtigsten Projekte des künftigen Abteilungsleiters. Mit Stefan Charles haben wir die ideale Persönlichkeit gefunden: Er bringt langjährige Managementerfahrung in der Kulturszene mit; es ist ihm in allen Positionen gelungen, Freiräume für künstlerisches und kreatives Arbeiten zu schaffen. Die Abteilung Kultur und ganz SRF werden stark von Stefans Erfahrungen in führenden Kulturinstitutionen profitieren. Ich freue mich sehr auf unsere künftige enge Zusammenarbeit in der Geschäftsleitung von SRF und wünsche meinem neuen Kollegen für die spannende Aufgabe alles Gute.»

    Stefan Charles: «Der rasante technologische Wandel führt uns in eine ungewisse Medienzukunft. Darin besteht eine grosse und spannende Herausforderung, die mich sehr reizt, ein hohes Mass an Kommunikation verlangt und zu neuen Kooperationen führen kann. Der Abteilung Kultur von SRF steht eine Neuausrichtung an einem neuen Standort in Basel bevor. Hier werde ich meine Erfahrung in der Organisationsentwicklung besonders einbringen können. Für mich und mein Team eröffnen sich dadurch neue Chancen und Möglichkeiten, auf die ich mich sehr freue.» 

    [Medienmitteilung SRF]

    [2016-09-23]

    Kündigungen bei der NZZ

    Zwei Abgänge bei der Feuilleton-Redaktion: Barbara Villiger Heilig hat gekündigt; Samuel Herzog ist, wie man hört, gekündigt worden. 
    Wie der Branchendienst kleinreport.ch meldet, haben sich das bekannte Malaise auf der NZZ-Redaktion und der Kostendruck weiter verschärft. Zwei langjährige Fachleute (Theater, Kunst) verlassen die NZZ offenbar auch wegen der Unverträglcihkeit mit dem neuen Feuilletonchef R. Scheu. Eine Sprecherin der NZZ meint laut kleinreport.ch: «Wir achten grundsätzlich in der ganzen Gruppe auf ein straffes Kostenmanagement. Veränderungen in der NZZ-Redaktion sind allerdings zumeist auf Kostenverlagerungen - etwa von Print zu digital - zurückzuführen.» 

    [2016-09-23]

    Der Bundesrat hat den Vierjahresbericht zur Implementierung der Unesco-Konvention 2005 verabschiedet
    Le Conseil Fédéral a adopté le Rapport quadriennal sur la mise en œuvre de la Convention de l’UNESCO 2005

    Wir werden nächstens auf diesen zweiten Staatenbericht, zu dem das Amt Beobachtungen und Bemerkungen der Koalition in bearbeiteter Form übernommen hat, zurückkommen. 

    Rapport 2016 français

    Bericht 2016 deutsch

    [2016-09-20]

    Reaktion auf neue TiSA-Leaks: Europäische Konsumentenschützer beginnen sich einzumischen

    Die Annexe betreffend E-Commerce, Telecom und Finanzdienstleistungen seien im gegenwärtigen Zustand "unlikely to lead to a good deal for consumers". BEUC, die Europäische Konsumentenorganisation, liefert Analysen dieser drei Kapitel.  Communiqué / Analysen BEUC

    Leak-Texte

    [2016-09-20]

    CETA: Die SPÖ-Basis meldet sich zu Wort

    Nach den Meldungen über das Kuschen der SPD-Spitze am Montag kann die FAZ heute melden: 88 Prozent der in der ersten landesweiten Mitgliederbefragung der Sozialdemokratischen Partei Österreichs Antwortenden haben sich dagegen ausgesprochen, dass Österreich der vorläufigen Anwendung von Ceta auf EU-Ebene zustimmt. 92 Prozent der Mitglieder antworteten mit „Nein“ auf die Frage, ob Ceta in Kraft gesetzt werden sollte, falls der Vertrag die Möglichkeit von Schiedsverfahren privater Investoren gegen Staaten vorsieht. 

    [2016-09-15]

    EU-Kommission publiziert Strategie/Dokumente zur Urheberrechtspolitik
    Le droit d'auteur dans l'UE: La Commission publie sa stratégie et des documents

    Die EU-Kommission hat Vorschläge zur Modernisierung des Urheberrechts vorgelegt, um die kulturelle Vielfalt in Europa und die Verfügbarkeit von Inhalten über das Internet zu fördern und klarere Regeln für alle Internet-Akteure festzulegen. Die Vorschläge enthalten weiter Instrumente für die Innovation, die an Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Einrichtungen des Kulturerbes gerichtet sind. la Commission a publie des propositions sur la modernisation du droit d’auteur afin d'accroître la diversité culturelle en Europe et les contenus disponibles en ligne, tout en clarifiant les règles pour tous les acteurs des services en ligne. Les propositions mettront également des outils permettant d'innover à la disposition de l’enseignement, de la recherche et des institutions du patrimoine culturel. 

    Communiqué / documents en français

    Communiqué / Dokumente auf deutsch

    [2016-09-15]

    UE: Projet de rapport sur la directive Services de Médias Audiovisuels

    Les Coalitions européennes pour la Diversité Culturelle félicitent les co-rapporteures Sabine Verheyen et Petra Kammerevert, de la commission culture et éducation du Parlement européen, pour leur projet de rapport sur la directive Services de Médias Audiovisuels. Le texte fait preuve d’ambition pour promouvoir les oeuvres européennes et renforcer la responsabilité des plateformes de partage de vidéos.  Communiqué des Coalitions Européennes pour la diverstité culturelle (français, anglais)

    Draft Text (en)

    [2016-09-15]

    Neu bekanntgewordene TiSA Dokumente

    Heute wurden von Wikileaks neue Versionen und Analysen bekanntgemacht. Eine grobe Analyse ist bei der Süddeutschen Zeitung zu lesen, die die Dokumente vorab einsehen konnte.  SZ

    Texte 2015-06-15 (zip-Archiv)


    [2016-09-15]

    TiSA: Demonstration in Bern – Manifestation à Berne

    8. Oktober 2016, 15h Bundesplatz 8 octobre 2061, 15h Place Fédérale 

    Flyer für Druck herunterladen

    [2016-08-31]

    Parlamentarische Enquete zu CETA/TTIP in Österreich

    Am 14.9., 10h bis ca.18h findet im Nationalratssal eine Enquete zum Thema"CETA und TTIP - Die Freihandelsabkommen der EU und ihrer Mitgliedstaaten mit Kanada und den USA" statt, die per Livestream übertragen wird. 
    Bundeskanzler Christian Kern und Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner leiten in das Thema ein, Grußworte kommen von den BotschafterInnen der USA und Kanadas. Über rechtliche Grundlagen referieren Andreas Kumin vom Außenministerium und Gerlinde Wagner von der Parlamentsdirektion. Zur Freihandelspolitik der EU nehmen Fritz Breuss (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO), Verena Madner (Wirtschaftsuniversität Wien), Werner Raza (Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung -ÖFSE) und Jörg Wojahn (Europäische Kommission) Stellung. Dazu sind Reaktionen der Parlamentsfraktionen und eine anschließende Debatte vorgesehen. Am Nachmittag sollen in zwei Panels wesentliche Detailfragen der beiden Abkommen erörtert werden. Zum einen geht es um "Investitionsschutz, regulatorische Zusammenarbeit, Abbau tarifärer Hemmnisse, öffentliche Dienstleistungen bei CETA und TTIP". Die Frage "Sind unsere Standards durch CETA und TTIP gefährdet?" ist das Thema des zweiten Panels, wobei Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft, KonsumentInnen-, Umwelt- und ArbeitnehmerInnenschutz im Mittelpunkt stehen. Dabei soll das gesamte Meinungsspektrum abgebildet werden.  Livestream der Enquete

    «Assess CETA», Studie der AK Wien von Werner Raza et al., zu den ökonomischen Wirkungen des geplanten Abkommens (PDF 3.6 MB)

    [2016-08-31]

    Oasen: Europäische Tage des Denkmals 2016

    Die Europäischen Tage des Denkmals 2016 präsentieren am Samstag 10. und Sonntag 11. September in der ganzen Schweiz hunderte Oasen – Freiräume von historischer Bedeutung – und machen so auf deren steigende Rolle für die Gesellschaft aufmerksam.  Zur Website

    [2016-08-30]

    Matthias Fekl : « La France demande l’arrêt des négociations du Tafta »

    Selon un message du journal Le Monde, le gouvernement français souhaite cesser les négociations de l’accord de libre-échange entre l’UE et les Etats-Unis.  Le Monde

    [2016-08-23]

    Pressekonferenz zur Grossdemonstration vom 17. September in Deutschland

    Das Bündnis gegen CETA und TTIP begründete in Berlin die Gründe für seine Forderung, CETA in der bestehenden Form nicht zu verabschieden. 
    Wir zitieren nachfolgend das Votum von Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturat). (Die Aufzeichnung der Presskonferenz kann auf Youtube nachverfolgt werden.) "Lassen Sie es mich gleich zu Beginn sagen: Kunst ist international, die Kulturwirtschaft arbeitet international! Wenn der Deutsche Kulturrat, als Spitzenverband der Bundeskulturverbände, sich gegen CETA und TTIP wendet, geschieht dies nicht aus nationalistischen Gründen oder weil die Kulturmärkte abgeschlossen werden sollen. Aber gerade weil wir international arbeiten, ist es notwendig, dass die Spielregeln bei CETA und TTIP nicht einseitig zugunsten weniger multinationaler Mega-Kulturkonzerne verschoben werden. Es geht um die Rahmenbedingungen für Künstler, für die Kulturwirtschaft und für den öffentlich finanzierten Kulturbereich. Die Kulturwirtschaft in Deutschland erbringt einen größeren Anteil zur Bruttowertschöpfung als die chemische Industrie oder die Energieversorger. Wir setzen uns mit unserem Protest also für den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa ein. Und unter diesem Gesichtspunkt müssen wir feststellen, dass CETA weit hinter unseren Erwartungen zurückbleibt und nachverhandelt werden muss. Urheberrecht, Filmwirtschaft, öffentlicher Kultursektor, öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind nur einige Stichworte. Dass kulturelle Vielfalt ein hohes Gut ist und identitätsstiftend wirkt, scheint für die Kanadier mehr Wert zu haben als für die Europäer. Kanada hat in sechs von 30 Kapiteln im CETA-Vertrag Ausnahmen für ihre gesamte Kulturwirtschaft vorgesehen. Demgegenüber hat die EU-Kommission nur die audiovisuellen Dienste teilweise ausgenommen. Unser Resümee ist: Die EU-Kommission hat die europäische Kulturwirtschaft bei den Verhandlungen im Stich gelassen. So wie es jetzt ist, darf CETA nicht verabschiedet werden. Und wenn TTIP so würde wie CETA, wäre der Schaden für den Kulturbereich noch größer. Deshalb demonstrieren wir am 17. September mit!"  Youtube-Video (32 min.)

    Pressemitteilung

    [2016-07-19]

    Kommunale Betriebe: in Karlsruhe setzt die Wasserversorgung Standards

    Die Karlsruher Stadtwerke haben angesichts der herrschenden Unklarheiten selber untersucht, inwiefern die geplanten EU-Freihandels- und Investitionsabkommen mit Kanada (CETA) und den USA (TTIP) sowie das plurilaterale Dienstleistungsabkommen TiSA Auswirkungen auf die kommunale Wasserversorgung haben können.  Website

    [2016-07-18]

    USA: Lobby-Positionen zum E-Commerce

    Vier US-Lobby-Verbände haben am 13. Juli 2016 bei einer Anhörung im Haushaltsausschuss des US-Abgeordnetenhauses sich gegen Vorschriften zum Datenschutz und zur lokalen Speicherung von Daten in Freihandelsabkommen ausgesprochen und dabei deutlich die Interessen der US in Bezug auf den digitalen Handel zum Ausdruck gebracht, die in vielem den EU-Standards zuwiderlaufen. Die Statements zeigen in anschaulicher Weise wichtige Interessen der US-Handelspolitik auf, nämlich mit TPP, TTIP u.a. die Vormachtstellung im Bereich des Internet und digitalen Handels zu sichern. 

    Die Statements: ITIF, Internet Association, IBM, PayPal (englisch)

    [2016-07-17]

    Das Werk von Le Corbusier ist UNESCO Welterbe

    Das Welterbekomitee der UNESCO hat heute das architektonische Werk von Le Corbusier auf die Liste des Welterbes eingeschrieben. Die Einschreibung umfasst 17 Werke von Le Corbusier in sieben Ländern (Frankreich, Schweiz, Argentinien, Belgien, Deutschland, Japan und Indien). Aus der Schweiz wurden die Petite Villa au bord du lac Léman (Corseaux, VD) und das Immeuble Clarté (Genf GE) aufgenommen. 

    Communiqué OFC

    Medienmitteilung BAK

    [2016-07-14]

    Neue Broschüren zu CETA

    AK, ÖGB und DGB haben vier neue Informationsbroschüren zum fertig verhandelten Handels- und Investitionsabkommen der EU mit Kanada zusammengestellt. Jeder Folder deckt eines der folgenden Themen ab: CETA – KEINE SONDERKLAGERECHTE FÜR KONZERNE Ein Großteil der Kritik an den vielen neueren Handelsabkommen, die die EU zurzeit verhandelt, richtet sich gegen Investor-Staat-Klagerechte. CETA – KEINE AGENDA ZUR SICHERUNG UNSERER ARBEITSSTANDARDS Die acht ILO-Mindest- bzw. Kernarbeitsnormen müssen ebenfalls ratifiziert, in nationales Recht umgesetzt und effektiv angewendet werden. CETA – ÖFFENTLICHE DIENSTLEISTUNGEN UNTER DRUCK Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und gute Qualität öffentlicher Daseinsvorsorge auf dem Spiel. CETA– REGULIERUNGSZUSAMMENARBEIT GEFÄHRDET DEMOKRATIE UND STANDARDS Demokratiedefizit - Parlamente werden ignoriert. Die Regulierungszusammenarbeit zwischen EU und Kanada wird in transatlantischen Gremien stattfinden.  Download bei der Österreichischen Bundesarbeitskammer

    [2016-07-10]

    Victoire judiciaire de l'Uruguay sur Philip Morris

    L'Uruguay a remporté son long conflit contre le cigarettier Philip Morris, qui lui réclamait 25 millions de dollars (près de 22,5 millions d’euros) en compensation des pertes occasionnées par la stricte réglementation antitabac locale. Le géant helvético-américain poursuivait depuis 2010 ce petit pays sud-américain (3,3 millions d’habitants) pour ses mesures contre le tabagisme.  Le Monde, 9.7.2016

    swissinfo.ch (español)

    [2016-07-06]

    Neue Studie zum Investitionsgerichtssystem (PSI)
    Nouvelle Etude sur le Système Juridictionnel des Investissements

    Public Services International (PSI), the trade union federation that represents public sector unions globally, and in Europe, released research showing that the European Union’s proposal to create a new investment court could open governments to hundreds of court cases costing billions of dollars. Public Services International (PSI) has sent copies of Investment Court System (ICS): The Wolf in Sheep’s Clothing to all MEPs urging them to reject the EU’s «great corporate rebrand». The research shows that only 1% of USA-based investment is currently covered but under the new proposal in the TTIP 100% would be covered, potentially creating a flood of cases. «The European Commission’s new investment court provides foreign multinational companies with the right to sue governments for making democratic decisions in the public interest», Rosa Pavanelli, PSI General Secretary, said today. «Why are our governments giving rights to foreign corporations that local companies and local workers don’t have? Allowing the most powerful corporations on the planet to take taxpayers’ money is a recipe for increased austerity and cuts to public services» she said. The study shows that in 2003, the Czech Republic paid a corporation US$354 million, then the equivalent of the countries health budget. Ecuador has just started paying US$ 1.1 billion to a US-based oil company – 90% of its social welfare expenses budget for 2015. The study points out that the fundamentals have not changed to a system that gives 94.5% of known awards to companies with at least US$ 1 billion in annual revenue or to individuals with over US$100 million in net wealth. The study also points out that ICS is not judicially independent nor would it protect governments from having to pay compensation to corporations for making lawful, non-discriminatory laws to protect workers, health or the environment. Worryingly, collective bargaining agreements amongst social partners could become the target of lawsuits. The European Commission (EC) recently released its proposal for ICS claiming that it was a new gold standard. Many regard the move as an attempt to quell public anger following a record 150,000 people responding to the EC’s public consultation on ISDS with over 97% rejecting it. At the time the EU trade chief, Cecilia Malmström, said ISDS had become «the most toxic acronym in Europe». 

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    [2016-07-06]

    Der Bundesrat will die Stellung der Landessprachen in der Schule stärken
    Le Conseil fédéral entend renforcer la place des langues nationales à l’école

    Les langues nationales doivent occuper dans toute la Suisse la place qui leur revient à l’école obligatoire. Le Conseil fédéral met en discussion trois variantes susceptibles d’appuyer l’harmonisation de l’enseignement des langues, pour le cas où les cantons n’appliqueraient pas la stratégie qu’ils ont décidée. La consultation dure jusqu’au 14 octobre 2016. Die Landessprachen sollen in der obligatorischen Schule in der ganzen Schweiz den ihnen gebührenden Platz erhalten. Der Bundesrat stellt drei Varianten zur Diskussion, wie eine Harmonisierung des Sprachenunterrichts unterstützt werden könnte, falls die Kantone ihre Sprachenstrategie nicht umsetzen. Die Vernehmlassung dauert bis am 14. Oktober 2016.  Pressemitteilung / Materialien

    [2016-07-05]

    CETA nun doch ein «gemischtes Abkommen»

    Wie am 5.7. bekannt wurde, wird CETA von der EU-Kommission nun doch als gemischtes Abkommen behandelt – da es Auswirkungen auf die souveränen Rechte von Mitgliedstaaten (oder deren Untereinheiten) hat, muss es von den nationalen Parlamenten behandelt und ratifiziert werden. 

    [2016-07-04]

    Deutscher Musikkrat zu TTIP/CETA: Parlamente müssen entscheiden

    Die EU-Kommission plant neuerdings, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) ohne Einbindung der nationalen Parlamente zu verabschieden. Der Präsident des Deutschen Musikrates Martin Maria Krüger erklärte dazu in einer Pressemitteilung: „Eine Beteiligung der nationalen Parlamente ist für die Entscheidung über das Freihandelsabkommen CETA gerade auch im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen zu TTIP unverzichtbar. Die Europäische Union muss den nationalen Parlamenten ihre demokratischen Mitwirkungsrechte gewähren, um bei den Bürgerinnen und Bürgern Akzeptanz zu finden. Es darf bei der Abstimmung nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Vielfalt unseres Musiklebens durch CETA in der vorliegenden Fassung grundlegend gefährdet wäre.» 

    [2016-06-28]

    Zwängerei in Brüssel: Juncker will beim CETA die Parlamente umgehen

    Brüssel zieht offensichtlich keine Lehren aus den Analysen der «Brexit»-Ursachen. Nach dem Plan der EU-Kommission soll CETA nicht als «gemischtes Abkommen» behandelt werden, sondern als Abkommen mit ausschließlicher EU-Zuständigkeit, womit ein Mitentscheidungsrecht durch die nationalen Parlamente der EU-Staaten ausgeschlossen würde. "Der Öffentlichkeit das Recht zu entziehen, an dieser wichtigen Debatte teilzunehmen, ist undemokratisch und stellt eine grundsätzliche Missachtung der Stimme des Volkes dar", kritisiert demgegenüber der UN-Menschenrechtsexperte Alfred de Zayas. Im Falle eines Konfliktes zwischen Handelsabkommen und Menschenrechtsabkommen würden letztere den Vorrang haben. "Staaten dürfen keine Verhandlungen führen, die die Verpflichtungen aus den Menschenrechtsabkommen verzögern, unterlaufen, behindern oder unmöglich machen", betont Zayas. Es sei nicht Aufgabe des Staates, Investoren oder transnationalen Unternehmen Profite zu garantieren, sondern im öffentlichen Interesse Gesetze zu erlassen und zu regulieren.  passim in der Presse, zB. SZ

    OHCR Communiqué

    [2016-06-21]

    TiSA/TTIP: Neues Bündnis in Bern gegründet

    Le contenu de l'accord de libre-échange transatlantique (TTIP) et celui sur le commerce des services (TISA) doit être rendu public. La gauche, les syndicats et des ONG ont lancé mardi une alliance pour exiger plus de transparence. In Bern ist am Dienstag das Bündnis "Gemeinsam gegen TTIP, TISA & Co." gegründet worden. Dieses kämpft gegen drohenden Demokratieabbau, der mit den geplanten Freihandelsabkommen verbunden wäre. 

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    Meldung swissinfo deutsch

    [2016-06-17]

    Service Public - Radio/TV

    Le Conseil fédéral a publié son rapport à propos du service public dans le domaine des médias.
    Der Bundesrat hat seinen Bericht zum Service public in Radio und Fernsehen publiziert. Die Kulturleistungen der Medien werden darin erneut nicht untersucht.
     

    Zusammenfassung

    Auftrag

    Mit dem Postulat 14.3298 («Bericht zu den Service-public-Leistungen der SRG») hat die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats (KVF-S) den Bundesrat beauftragt, «die durch Gebühren bzw. künftig durch Steuern finanzierten Service-public-Leistungen der SRG unter Berücksichtigung der Stellung und Funktion privater Rundfunkanbieter zu überprüfen und darzustellen». Zur Beantwortung dieses Postulats hat der Bundesrat den vorliegenden Bericht erstellt. Der erste Teil gibt einen umfassenden Überblick über den Service public, wie er von der SRG und den privaten Radio- und Fernsehveranstaltern mit und ohne Gebührenunterstützung erbracht wird. Im zweiten Teil des Berichts präsentiert der Bundesrat Stossrichtungen für die künftige Ausgestaltung des Service public.

    Der Service public in der Schweiz

    Im ersten Teil des Berichts (Kapitel 1-11) stellt der Bundesrat die Entwicklung des Service public in der Schweiz, die rechtlichen Grundlagen sowie die technologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Radio- und Fernsehveranstalter dar. Er analysiert das Angebot und die Nutzung der elektronischen Medien. Ferner gibt er einen Überblick über die Angebote und die finanzielle Situation der privaten Radio- und Fernsehanbieter, welche keinen Service-public-Auftrag zu erfüllen haben. Sodann fasst der Bundesrat die Position der Eidgenössischen Medienkommission (EMEK) zum Service public im Medienbereich zusammen. Abschliessend zieht er auf der Basis des ersten Berichtsteils seine Schlussfolgerungen zum heutigen Service public.

    Die Grundlagenarbeiten zeigen auf, dass sich der gebührenfinanzierte Service public seit seinem Bestehen laufend gewandelt hat. Heute steht er erneut vor grossen Herausforderungen. Diese ergeben sich aus der Digitalisierung und dem Strukturwandel der Medienbranche. In Folge der Digitalisierung hat sich die Anzahl der verfügbaren Angebote vergrössert. Damit hat die Medienvielfalt zugenommen. Private Radio- und TV-Angebote ohne Leistungsauftrag und Gebührenunterstützung sind aber primär auf Unterhaltung ausgerichtet; politische Hintergrundinformation sowie Kultur- und Bildungsvermittlung sind im Unterschied zu Service-public-Angeboten meistens nicht zentrale Bestandteile solcher Programme. Für den Bundesrat ist allerdings im Sinn des Verfassungsauftrags weiterhin zentral, dass solche Leistungen von Service-public-Veranstaltern in allen Sprachregionen und in hoher Qualität eingefordert werden können. Es handelt sich hier um einen eigentlichen Dienst an der Gesellschaft, nicht um ein rein subsidiäres Angebot für den Fall von Marktversagen. Der erste Teil des Berichts beleuchtet auch die Kostenstrukturen der SRG und der privaten Radio- und Fernsehveranstalter. Konkrete Finanzdaten zu einzelnen Sendungssparten – Information, Bildung, Kultur, Unterhaltung – und Sendungsformaten zeigen, dass selbst Fernsehsendungen, die in der deutschsprachigen Schweiz ein grosses Publikum erreichen, sich nur in beschränktem Masse über Werbung finanzieren lassen. Dies gilt in einem besonderen Masse für die ressourcenintensiven Informationssendungen, aber auch für publikumswirksame Unterhaltungsangebote. Wie schwierig es ist, Fernsehen kommerziell zu finanzieren, zeigt auch der schweizerische Regionalfernsehmarkt. Die meisten Veranstalter sind finanziell trotz Gebührenunterstützung nicht nachhaltig aufgestellt. Sie erreichen zu wenig Publikum, um ihre Fixkosten über den Werbemarkt finanzieren zu können. Im Gegensatz dazu behaupten sich viele Radios mit oder ohne Gebührenanteil in ihren Märkten.

    Der vorliegende Bericht zeigt auf, dass die SRG thematisch ein breites, beim Publikum auf regen Zuspruch stossendes Angebot in den Bereichen Information, Bildung, Unterhaltung und Kultur erbringt. Das Angebot zeichnet sich durch eine Vielfalt an journalistischen Formen und Sendungsformaten aus. Nachrichten aus dem regionalen Raum senden vor allem die konzessionierten gebührenunterstützten Radios in Berg- und Randregionen und die gebührenfinanzierten Regionalfernsehen. Die Informationsleistungen der konzessionierten, aber rein kommerziell finanzierten Stadt- und Mittellandradios hingegen sind in der Regel wenig umfassend. Im Unterschied zu den Informationsleistungen der SRG-Radios enthalten jene der konzessionierten privaten Veranstalter weniger Hintergründe und Zusammenhänge.

    Von allen Medientypen wird in der Schweiz das Internet täglich am längsten genutzt, gefolgt von Radio, Fernsehen und Zeitungen. Jüngere Personen nutzen eher das Internet, ältere eher klassische Medien. Während beim Radio fast ausschliesslich Schweizer Programme genutzt werden – zu einem Drittel private Lokalradios und zu zwei Dritteln SRG-Radios – erreichen im Fernsehen die ausländischen Programme den grösseren Anteil des Schweizer Publikums. Ältere Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen vorwiegend SRG-Fernsehprogramme, das junge Publikum, sofern es überhaupt lineares TV nutzt, in erster Linie private ausländische TV-Sender.

    Schlussfolgerungen zum künftigen Service public

    Im zweiten Berichtsteil (Kapitel 12-15) skizziert der Bundesrat auf der Basis der Grundlagenarbeiten die Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten des Service public. Er kommt zum Schluss, dass die Schweiz aus demokratie- und gesellschaftspolitischen Gründen auch in Zukunft eigenständige Service-public-Angebote im Radio, im Fernsehen und im Internet braucht.

    Service-public-Angebote müssen allerdings dort verfügbar sein, wo sich das Publikum befindet. Da sich vor allem das junge Publikum von den klassischen Medien ab- und den Internetangeboten zuwendet, besteht eine grosse Herausforderung des Service public darin, mit seinen Angeboten künftig die gesamte Bevölkerung anzusprechen.

    Aus staats- und demokratiepolitischen Überlegungen muss der Service public auch weiterhin eine integrierende Funktion erfüllen können, welche die Sprachgemeinschaften ebenso miteinbezieht wie die Religionen, die Generationen, Menschen mit Migrationshintergrund und weitere gesellschaftliche Gruppierungen. Das setzt eine ausreichende Verankerung und Akzeptanz des Service public in der Gesellschaft voraus.

    Gerade im Fernsehbereich und im Internet muss sich der Service public gegenüber ausländischen Angeboten behaupten und konkurrenzfähig sein bzw. bleiben. Dies ist nur mit attraktiven Inhalten möglich, die neben Bildung, Information und Kultur auch Unterhaltung umfassen.

    Der Bundesrat ist der Ansicht, dass sich solche Anforderungen auch in Zukunft mit dem aktuellen Modell einer grossen, in allen Sprachregionen verankerten Anbieterin und lokalen Radios und Fernsehen in den Regionen am besten verwirklichen lassen. Das setzt aber voraus, dass dieses Service-public-Modell den skizzierten Anforderungen angepasst werden muss. Der aktuelle Verfassungsauftrag taugt grundsätzlich auch für die digitalisierte Welt und bedarf keiner inhaltlichen Korrektur oder Ergänzung. Das Service-public-Angebot muss jedoch an die digitalen Verhältnisse angepasst werden, in einem weiterhin gemischt finanzierten System mit einem auf den bisherigen Umfang begrenzten Finanzierungsvolumen.

    Vorgehen in zwei Phasen

    Zur Anpassung des Service public an die veränderten Rahmenbedingungen beabsichtigt der Bundesrat in zwei Phasen vorzugehen:

    • Mittelfristig strebt er die Weiterentwicklung des Radio- und Fernsehgesetzes zu einem Gesetz über elektronische Medien an (Kapitel 14.3).
    • Bis dahin will er bei der Neukonzessionierung der SRG und von privaten lokalen und regionalen Radio- und TV-Veranstaltern Akzente in den Bereichen Inhalte und Qualität, Finanzierung, Zusammenarbeit und Aufsicht setzen (Kapitel 14.2). Betreffend Inhalte und Qualität erwartet der Bundesrat, dass mindestens die Hälfte der Gebühreneinnahmen der SRG der Information zufliessen. Der Unterscheidbarkeit und Unverwechselbarkeit von Service-public-Angeboten gegenüber kommerziellen Angeboten möchte er noch grösseres Gewicht beimessen, wie auch dem Austausch zwischen den Sprachregionen und der Erreichbarkeit der Jugend. Die Kultur wird weiterhin eine Kernaufgabe im nationalen Service public der SRG bilden. Auch Unterhaltung und Sport bleiben für den Bundesrat unverzichtbare Bestandteile des SRG-Angebots, der Anteil an Fremdproduktionen ist aber zu überprüfen und es braucht mehr Kooperationen. Bei der künftigen Finanzierung setzt der Bundesrat auf ein gemischtes Modell (Gebühren und Werbung), mit der vorläufigen Beibehaltung der aktuellen Werbebeschränkungen. Die Gebührenfinanzierung soll sich im bisherigen Umfang bewegen. Aus aufsichtsrechtlicher Sicht steht schliesslich ein regelmässiger Dialog mit der Öffentlichkeit und Politik im Vordergrund.
     

    Rapport en français

    Bericht deutsch

    [2016-06-16]

    «Literarische Arbeit ist weder Hobby noch Selbstmarketing»

    Eine Erklärung des A-d-S setzt sich gegen die Tendenz zur Wehr, Lesungen von Schriftstellern bei Veranstaltungen nicht zu honorieren, sondern als Werbung für deren Texte zu betrachten.  Zur Erklärung / Unterzeichner/innen

    [2016-06-16]

    Bischöfe der EU und der USA fordern ethische Prüfung von TTIP

    In einer gemeinsamen Stellungnahme hinterfragen die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der EU und der USA, Reinhard Marx und Joseph Edward Kurtz, u.a. das Instrument von international bindenden Schiedsgerichten 
    Die EU-Bischofskommission (COMECE) und die US-Bischofskonferenz (USCCB) fordern eine "gründliche" Prüfung des Freihandelsabkommens TTIP nach sozialen und ökologischen Kriterien. Freihandel könne von Vorteil sein und zu einer besseren gemeinsamen Zukunft beitragen, erklärten COMECE-Vorsitzender Kardinal Reinhard Marx und der USCCB-Vorsitzender Erzbischof Joseph Edward Kurtz, am Donnerstag in Brüssel und Washington. Die TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) müsse zum Wohl aller Bürger beitragen, vor allem der Armen. Mögliche Vorteile müssten gerecht verteilt werden, damit sich die Ungleichheit nicht weiter vergrößere, so die Bischöfe. Alle Menschen bräuchten ein Mitspracherecht an Entscheidungen, die ihr Leben beeinflussen. Nach COMECE-Schätzungen sind eine Milliarde Menschen direkt von dem Handelsabkommen betroffen. Es müsse zu einer "sichereren" und "friedlicheren" Welt führen, statt "politische Spannungen" weiter zu verschärfen. 

    Communiqué

    [2016-05-29]

    Gutachten zum politischen Gestaltungsspielraum von Ländern und Kommunen unter CETA

    Eine vom Landesgericht Baden-Württemberg in Auftrag gegebene Studie vom Januar 2016 wurde von der Regierung Kretschmann geheimgehalten und erst jetzt auf Intervention eines Mitglieds des TTIP-Beirats des Landes publiziert. 
    In der Zusammenfassung des Gutachtens des Tübinger Europarechtlers Martin Nettesheim, finden sich die folgenden Punkte, die namentlich im Bereich Dienstleistungen auch für die Schweiz (TiSA) von Interesse sind. 1. CETA lässt den politischen Gestaltungsspielraum der Länder und Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland nicht unberührt. Dies gilt auch dann, wenn man in Rechnung stellt, dass diese Verbände in den von CETA erfassten Sachbereichen nur beschränkte Handlungskompetenzen haben und vielfältigen grundgesetzlichen, gesetzlichen und EU-rechtlichen Bindungen unterliegen. 2. Die Freiheit der Länder und Gemeinden, den Bürgerinnen und Bürgern umfassende, effiziente und kostengünstige Leistungen der Daseinsvorsorge zu erbringen, wird durch die in CETA begründete Freiheit zur Niederlassung kanadischer Unternehmen berührt. Eine umfassende Freistellung von Dienstleistungen des Allgemeininteresses findet sich in CETA nicht. Die Ausschlussklauseln und die Vorbehalte, die sich im Vertragstext und in Erklärungen der EU und Deutschlands finden, erfassen nur Teilbereiche. Der Vorbehalt zugunsten der „governmental authority“ ist überprüfungsbedürftig. Auch die Vorbehalte zugunsten der „public utilities“ und der „social services“ leiden unter Unklarheit. [...] 3. Es bedarf der Klarstellung, dass der investitionsschutzrechtliche Bestandsschutz („Fair-and-equitable-treatment“; Verbot der indirekten Enteignung) nicht auf Maßnahmen angewandt wird, die nach dem materiellen CETA-Recht legitim sind. Dies gilt sowohl für mitgliedstaatliche Regulierungsmaßnahmen als auch für Subventionen. Klarzustellen ist auch, dass die Weiterentwicklung des „FET“-Standards nicht zu einer Einschränkung der Regelungsautonomie von Ländern und Gemeinden führen kann. [...] 4. Die Vorgaben, die sich dem Kapitel „Domestic Regulation“ entnehmen lassen, bedürfen der Konkretisierung, um zu verhindern, dass sie eine einschneidende und umfassende substanzielle Bindung von Ländern und Gemeinden bewirken. Zu verhindern ist, dass die Gestaltungsspielräume, die den Ländern und Gemeinden nach innerstaatlichem Recht zustehen, über die Anforderungen an die Objektivität der ergriffenen Regelungen übermäßig eingeschränkt werden. [...] 5. Die Handlungsfreiheit der Länder und Gemeinden kann auch durch die Öffnung grenzüberschreitender Dienstleistungsmärkte berührt werden. Insofern bedarf es der politischen Prüfung, ob es sachgerecht ist, hier weniger Vorbehalte als im Investitionsbereich zu erklären. 6. Auch im Dienstleistungsbereich bedarf es einer genaueren Abstimmung zwischen den Regelungen über die substanzielle Gestaltungsbefugnis („right to regulate“) und den sich aus CETA ergebenden Bindungen. Auch hier darf es nicht zu einer Aushöhlung der Gestaltungsbefugnis kommen. Kultur Ausführliche Erwägungen finden sich im Gutachten zum Kulturbereich (pp. 29 s., 40 ss.). Betreffend die Ausnahme des audiovisuellen Sektors wird bemängelt, dass dieser nicht ausreichend definiert ist, namentlich auch kein CPC-Sektor angegeben wird (p.27s.): «Nach den Regelungen der heutigen CPC gehört zwar die Herstellung von Film-, Fernseh-, Radio-, Video- und Soundproduktionen zu den audiovisuellen Dienstleistungen, nicht aber deren Übertragung. Die Übertragungsdienste („broadcasting, programming and programme distribution services“) werden heute als Teil des Telekommunikationssektors („Telecommunications, broadcasting and information supply services“) angesehen. Ebenfalls sollte die Ausnahme auch auf das Investitionsschutzkapitel (Kapitel „Investment“, Section 4) erstreckt werden. Andernfalls könnten über den „FET“-Standard materielle Regelungsbefugnisse in Frage gestellt werden. Eine Klarstellung scheint vor allem deshalb sinnvoll, um außer Frage zu stellen, dass die Verantwortung der Länder für den Bereich des (privaten) Rundfunks weiterhin unbeschränkt wahrgenommen werden kann.»  Gutachten (PDF)

    Hintergrund-Artikel (TAZ)

    [2016-05-26]

    De nouveaux documents dévoilent les coulisses du traité Tisa

      Libération

    Wikileaks


    [2016-05-12]

    TTIP und die Schweiz

    Eine neue Studie («Switzerland at the Table or on the Menu?») des Schweizer Netzwerks «foraus» beleuchtet die möglichen Handlungsoptionen der Schweiz angesichts der sich abzeichnenden TTIP. 
    «À ce jour, les décideurs politiques suisses ont sous-estimé le potentiel d’influence du TTIP sur les relations Suisse-UE. Par exemple, l’UE pourrait considérer les accords bilatéraux de nature non-dynamique encore plus problématique à la lumière du développement continu de la règlementation liée au TTIP et ce alors même que les relations suisses avec l’UE sont dans une étape cruciale. Repousser le débat suisse sur le TTIP et résoudre « un problème à la fois » relève d’une stratégie imparfaite. Un potentiel TTIP est indissociable de l’actuelle impasse des relations de la Suisse avec l’UE . La diplomatie économique et les profondes relations politico-institutionnelles avec les plus proches partenaires de la Suisse ne peuvent plus être dénouées. Qu’on apprécie ou non le TTIP, l’accord pourrait très bien bétonner la fin du libre-échange désengagé, pour lequel la diplomatie économique sans concessions institutionnelles n’est plus possible. Ce papier de discussion est structuré comme suit : la première partie introduit le contexte et les points clefs du TTIP, en particulier ses implications pour les États tiers. La seconde partie montre comment le TTIP aurait un impact sur l’économie suisse et quelles options précises la Suisse ainsi que les autres pays membres de l’AELE pourraient poursuivre, étant donné les liens économiques significatifs avec l’UE. La troisième partie distingue deux défis sous-jacents pour l’UE – l’effet exact sur les États non-européens n’est toujours pas clair.» (Aus der Zusammenfassung)  Download

    [2016-05-12]

    Aktualisierung «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz»

    Mit dem Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes im Jahr 2008 übernahm die Schweiz die Aufgabe, ein Inventar des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz zu erarbeiten und dieses periodisch zu aktualisieren. Die «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» wird nun erstmals überarbeitet. Dabei kann auch die Bevölkerung mitarbeiten und Vorschläge einreichen. Die Aktualisierung der Liste wird durch das Projekt «urban traditions» begleitet, das sich den Traditionen in Städten widmet. Das aktualisierte Inventar soll im Jahr 2018 veröffentlicht werden.

    Die 2012 veröffentlichte «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» ist Herzstück und Brennpunkt der Umsetzung des Übereinkommens. Sie umfasst 165 Traditionen, die auf einer eigenen Webseite ausführlich dokumentiert sind.

    Ziel der Aktualisierung ist, bestehende Einträge zu bestätigen, Traditionen zu streichen, die nicht mehr praktiziert werden, sowie neue Traditionen hinzuzufügen. Dabei kann die Bevölkerung mithelfen und bis 31. August 2016 eigene Vorschläge einreichen – bei den zuständigen Kantonsstellen oder direkt beim Bundesamt für Kultur.

    Bund und Kantone teilen sich die Aufgaben bei der Aktualisierung der nationalen «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz». Für die Identifikation von Traditionen sind die Kantone verantwortlich. Das Bundesamt für Kultur koordiniert die Aktualisierung der nationalen Liste, die alle fünf Jahre vorgenommen wird. Die Auswahl trifft eine Steuergruppe, die sich aus Fachleuten sowie Kantons-, Städte- und Bundesvertretungen zusammensetzt. Unabhängig von der nationalen Liste führen verschiedene Kantone eigene Verzeichnisse ihrer lebendigen Traditionen.

    «urban traditions» – Ein Projekt im Rahmen der Lebendigen Traditionen
    Inwiefern können Traditionen als Anhaltspunkte im aktuellen gesellschaftlichen Wandel angesehen werden? Im Jahr 2016 werden von der Stiftung Science et Cité mehrere Diskussionsrunden zum Thema «Traditionen im urbanen Raum» organisiert, die von interaktiven Videostationen begleitet werden. Die Reflexionen und Ergebnisse dieser Debatten werden in die Aktualisierung der Liste der lebendigen Traditionen einfliessen.

    Liste der lebendigen Traditionen: www.lebendige-traditionen.ch

    Weiterführende Informationen: http://www.science-et-cite.ch/de/urban-traditions

    Vorschläge der Bevölkerung können gerichtet werden an: http://www.bak.admin.ch/kulturerbe/04335/04341/05708/index.html?lang=de

    Quelle: pd EDI.

     

    Français: Communiqué
    Italiano: Comunicato
    Rumantsch (PDF): Communicaziun a las medias

    [2016-05-11]

    «Cultural Diversity under Attack: Protecting Heritage as a Force for Peace»

    Vortrag von Irina Bokova, Generaldirektorin der UNESCO 
    Vortrag in englischer Sprache Mittwoch, 1. Juni 2016,18.30 - 19.45 Uhr Universität Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71 Hörsaal KOH-B-10 Eintritt frei. Platzzahl beschränkt. Keine Anmeldung erforderlich. 

    (Veranstaltet vom Europa-Insititut der Universität Zürich)

    [2016-05-03]

    Colloque international sur la mesure des produits culturels numériques

    La transformation numérique des modes de création, de production et de diffusion des œuvres culturelles a changé radicalement les conditions de leur mesure statistique, remettant en cause la pertinence des statistiques actuelles sur la culture. C’est dans ce contexte que l’Institut de statistique de l’UNESCO et l’Observatoire de la culture et des communications du Québec se sont associés dans le but de réunir des experts en statistiques et des chercheurs d’autres domaines, tel celui du commerce électronique ou du droit d’auteur, en provenance du monde entier afin d’examiner les enjeux, méthodes, pratiques et innovations entourant la production de statistiques sur les produits culturels numériques. Colloque du 9 au 11 mai 2016 à Montréal.  en savoir plus...

    [2016-05-02]

    Neue TTIP-Leaks bestärken die Skepsis gegenüber der EU-Kommission

    Die heute veröffentlichten Verhandlungsprotokolle zeigen laut den Vorabanalysen der Süddeutschen Zeitung, dass die US starken Druck auf die EU ausübt, bisherige Regulierungen aufzugeben. 
      Download (ZIP; 1.4 MB)

    Dossier Süddeutsche Zeitung

    [2016-04-20]

    Appel des associations autrichiennes de l’art et de culture
    à inscrire au TTIP l’exception culturelle pour l’ensemble des domaines de l’art et de la culture

    Nous, les soussignés membres du Groupe de travail sur la Diversité culturelle de la commission autrichienne pout l’UNESCO, mettons expressément en garde contre les répercussions négatives pour le paysage culturel,  artistique et médiatique du Partenariat transatlantique de commerce et d’investissement (PTCI /TTIP) en cours de négociation entre les États-Unis et l’Union européenne. Dans le tourbillon des négociations du TTIP, les sujets de la culture et de l’audiovisuel se voient menacés d’être traités et négociés sous « autres dispositions diverses », avec des conséquences irréversibles.

    Nous en appelons donc avec insistance aux responsables politiques, afin qu’ils s’engagent pour exclure du champ d’application du TTIP l’ensemble des domaines de l’art et de la culture. C’est l’unique moyen d’assurer efficacement la protection de la diversité culturelle et médiatique européenne.

    L’idée que l’art et la culture ne sont pas concernés par le TTIP relève du mythe.

    Chaque livre, chaque film, chaque représentation théâtrale, chaque événement musical représente, en tant que produit culturel ayant une certaine valeur financière, un élément du commerce international et fait ainsi l’objet de négociations de libre-échange - tels que le TTIP. L’idée selon laquelle les négociations du TTIP ne touchent pas aux domaines artistique, culturel et médiatique est un mythe. Le mandat de la Commission européenne  ne mentionne aucune « exception culturelle », comme cela est souvent affirmé. Le domaine de la culture n’est pas exclu des négociations. Seuls pour les services audiovisuels (cinéma, télévision, radio), une exception est prévue au chapitre relatif au commerce des services et aux droits d’établissement, mais concernant tous les autres domaines du TTIP, comme la protection de l’investissement ou la cohérence dans les régulations, les négociations englobent les médias audiovisuels et naturellement aussi toutes les formes de médias non-audiovisuels.

    Les débats portent ainsi sur l’ensemble des aides financières, les dispositifs de régulation et les normes de protection et de préservation de la diversité culturelle et de la diversité et la liberté des médias en Europe. Car, pour ces négociations, l’Europe se voit confrontée à un pays dont l’approche en termes de politique culturelle et audiovisuelle est fondamentalement différente des siennes. Du point de vue des États-Unis, la culture et les médias sont des produits commerciaux ordinaires qui doivent circuler le plus librement possible sur le marché. Dans cette optique, toutes les mesures d’aides publiques sont perçues comme une forme de protectionnisme économique et d’entrave au libre-échange. A contrario, il est, en Europe, une évidence de ne pas circonscrire la culture à sa valeur marchande, mais de la considérer également en tant que véhicule des valeurs et des identités sociales, ainsi que des courants esthétiques. Et cette conception implique nécessairement la responsabilité de l’État de s’engager en faveur de la diversité culturelle - au-delà de l’engouement passager du public pour une œuvre ou des intérêts d’un investisseur. Or, cet engagement nécessite que l’État puisse préserver la mainmise sur sa politique culturelle. Préserver et assurer la pérennité de l’action publique en termes de politique culturelle constitue la prémisse pour garantir la diversité artistique, culturelle et médiatique en Europe - également et notamment dans les négociations sur le libre-échange.

    Quels que soient leurs objectifs, les mesures jugées concrètement indispensables à la protection et au soutien de la diversité culturelle et médiatiques doivent continuer à être le fruit d’un processus d’expression démocratique et ne doivent résulter d’aucune obligation relevant du droit commercial ou de jugements de tribunaux d’arbitrage internationaux.

    Nous revendiquons une exception culturelle généralisée et non de vagues promesses.

    Pour l’heure, rien n’indique comment la Commission européenne envisage de protéger la culture et les médias des répercussions négatives du TTIP. Les rares documents qui ont été publiés sur ce sujet suscitent la plus vive inquiétude. Il semblerait que la Commission s’oriente vers un accord a minima qui ne garantirait nullement une protection efficace suffisante de la diversité culturelle et médiatique en Europe, bien au contraire.

     

    Nous, les représentants des Associations autrichiennes de l’art et de la culture, revendiquons :

    – des dispositions légales

    Les déclarations d’intention ne suffisent pas. La « mention » dans le préambule du traité TTIP de la « Convention de l’UNESCO sur la protection et la promotion de la diversité des expressions culturelles » envisagée par la Commission est insuffisante. Une simple mention dans un préambule n’entraîne aucune protection juridique. Dans le meilleur des cas, elle constitue un argument en cas de litige. Il est donc indispensable d’inclure une clause stipulant d’exclure définitivement les domaines artistique, culturel et médiatique des dispositions engageantes du TTIP.

    – des exceptions pour les domaines de l’audiovisuel ET de la culture

    Le mandat impose à la Commission européenne d’exclure les services audiovisuels des négociations du TTIP. Cette exception ne concerne cependant que le secteur audiovisuel (cinéma, télévision, radio), et non les autres domaines culturels tels que la littérature et le secteur de l’édition, le théâtre et les concerts, les bibliothèques, les musées et les archives. Ces domaines ne doivent pas non plus faire l’objet ni de nouvelles concessions ni d’obligations de libéralisation par le TTIP. L’exception concédée aux services audiovisuels doit donc être étendue à l’ensemble des domaines culturels.

    – une définition des exceptions neutre sur le plan technologique

    Les avancées technologiques ont fondamentalement transformé la manière de créer, de diffuser et de consommer la culture. Il est aujourd’hui impossible de prédire quelles technologies et quelles plateformes de diffusion seront utilisées dans dix, vingt ou trente ans. Il est donc essentiel de définir les exceptions culturelle et médiatique de manière neutre, quelle que soit la technique future. Il doit être clairement établi qu’un livre est un bien culturel indépendamment du fait qu’il soit publié sous forme papier ou électronique - il en va de même  pour les secteurs du cinéma, de la télévision, de la radio ou de la musique. Ce sont précisément dans ces domaines que l’intérêt américain est particulièrement  fort, eu égard à la domination américaine des géants de l’internet, de l’audiovisuel et du divertissement. En ce qui concerne les services en ligne dans les domaines du cinéma, de la télévision, de la radio et de la musique, il doit également être clairement prescrit qu’il s’agit de services culturels et non, comme le propagent les États-Unis, de services d’information et de télécommunication simples transmetteurs des données.

    – une prise en compte de l’éventail des mesures pour la promotion de la diversité

    Les mesures pour la protection et la promotion de la diversité culturelle et audiovisuelle ainsi que de la liberté des médias ne se limitent pas au secteur de la culture et des médias. Des régulations dans d’autres domaines visent également à établir des normes dans le secteur culturel et de la promotion de la diversité, notamment dans les domaines de l’enseignement, du travail, des assurances ou des télécommunications (par exemple les dispositions « must carry » qui imposent aux fournisseurs d’accès de diffuser les chaînes régionales et de service public). Ce principe de régulation doit être maintenu, afin de garantir une protection large et efficace de la promotion culturelle et médiatique.

    – une prise en compte de l’exception dans l’ensemble des chapitres du TTIP

    Le TTIP est bien plus qu’un traité de libre-échange. À l’état actuel des négociations sont également prévues dans le cadre de ce que l’on appelle le « partenariat transatlantique » des clauses de protection de l’investissement, des mesures ayant pour objectif une plus grande compatibilité de la régulation et des règles communes. Les exceptions concernant la protection de la diversité culturelle et médiatique ne doivent donc pas se limiter aux chapitres du TTIP relatifs à l’accès au marché, mais doivent s’étendre à l’ensemble des champs d’application du TTIP.  Dans le cas contraire, les mesures de protection prévues se révèleraient inopérantes.

    – aucune règlementation pour la protection de l’investissement

    Le TTIP ne doit pas contenir de dispositions pour la protection de l’investissement ni de mécanismes d’arbitrage portant sur les différends entre investisseurs et États. Des règles d’ordre public sont déjà en vigueur aussi bien aux États-Unis que dans les pays-membres de l’Union européenne. Tout comme il existe déjà un appareil judiciaire éprouvé aux États-Unis et dans l’Union européenne. Les recours judiciaires sont accessibles par tous. Une protection de l’investissement et les procédures arbitrales s’appliquant aux différends entre investisseurs et États comportent le risque de contourner les principes constitutionnels et juridiques et de miner les pouvoirs de décisions et la capacité d’agir des États.

    – aucune négociation sur les droits d’auteur et les droits de propriété intellectuelle

    Au niveau international, les droits d’auteur et de propriété intellectuelle sont négociés par l’Organisation mondiale de la propriété intellectuelle (World Intellectual Property Organization WIPO). C’est au sein de cette organisation que sont signés les accords internationaux sur les droits d’auteur et de propriété intellectuelle. L’utilité de négociations dans le cadre du TTIP sur de nouvelles dispositions concernant la législation sur les droits d’auteur et de la propriété intellectuelle n’apparaît pas justifiée - d’autant que les systèmes de droits d’auteur européens et de copyright américain divergent fondamentalement. Les principes fondamentaux du droit d’auteur européen accordent une place centrale à l’auteur et à ses droits économiques et intellectuels et ne sont pas négociables.

     

    Nous en appelons à la classe politique, afin qu’elle s’implique  dans les négociations du TTIP en faveur de l’art et de la culture et qu’elle fasse ancrer dans le TTIP une exception culturelle généralisée.

    Pour toutes ces raisons, nous adressons un appel insistant aux responsables politiques à s’impliquer de manière radicale et intransigeante en faveur de l’adoption dans le TTIP d’une disposition légale assurant l’exception culturelle généralisée et des mesures de protection et de promotion de la diversité culturelle.

    Nous rappelons instamment que l’Union européenne ainsi que leurs États membres se sont entendus pour assurer la préservation au niveau de la politique culturelle d’un espace de liberté, également au plan commercial, et que cet engagement a été entériné en droit international par l’adhésion à la « Convention de l’UNESCO sur la protection et la promotion de la diversité des expressions culturelles ».

    Il ne s’agit pas uniquement du maintien du statu quo. Il s’agit également de savoir dans quelle mesure il sera encore possible à l’avenir de mener une politique culturelle et médiatique reposant sur une volonté démocratique. Il s’agit de savoir dans quelle mesure, avec quelle diversité et dans quelles conditions l’art et la culture pourront s’exprimer et perdurer. Il s’agit de la multitude et de la diversité de l’offre artistique, culturelle et médiatique ainsi que de sa diffusion, il s’agit de son indépendance et de la liberté des choix de la création artistique et culturelle et des moyens d’existence des artistes indépendants ainsi que des institutions culturelles et artistiques indépendantes. Il s’agit du respect de la liberté d’expression des arts et des médias inscrite dans les Constitutions de l’Autriche et des États-membres de l’Union européenne ainsi que dans la Charte de l’Union européenne.

    Vienne, le 15 avril 2015

     

    Association of Austrian Artists, Künstlerhaus
    Kurt Brazda

    Austrian Association for Independent and Autonomous Cultural Work
    (IG Kultur Österreich), Gabi Gerbasits

    Austrian Association of Authors
    Gerhard Ruiss

    Austrian Association of Independent Theatre
    Sabine Kock

    Austrian Cultural Council
    Maria Anna Kollmann

    Austrian Filmmakers Association
    Maria Anna Kollmann

    Austrian Literary Translators' Association
    Brigitte Rapp

    Austrian Music Council
    Harald Huber

    Austrian Music Education Association
    Leonore Donat

    Cultural Platform Upper Austria
    Richard Schachinger

    Institute for Culture Management and Culture Studies,
    University of Music and Performing Arts Vienna
    Franz Otto Hofecker

    Musicians’ Guild
    Peter Paul Skrepek

    österreichische kulturdokumentation. internationales archiv für kulturanalysen (austrian cultural documentation. international archive for culture analysis)
    Veronika Ratzenböck

    Union of Municipal Employees - Arts, Media, Sports and the Professions, Section for Music – HG VIII
    Thomas Dürrer

    Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation
    Franz Schmidjell

     

    [2016-04-20]

    Für eine allgemeine Ausnahme von Kunst und Kultur in TTIP

    Appell der Kunst- und Kulturverbände Österreichs 

    Die unterzeichnenden Mitglieder der ARGE Kulturelle Vielfalt der Österreichischen UNESCO-Kommission, warnen eindrücklich vor negativen Konsequenzen der geplanten Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen der EU und den USA für die europäische Kunst-, Kultur- und Medienlandschaft. Im Stimmengewitter rund um die TTIP-Verhandlungen drohen die Themen Kultur und Medien unter „ferner liefen“ verbucht und mitverhandelt zu werden – mit irreversiblen Konsequenzen.

    Wir appellieren daher dringend an die politisch Verantwortlichen, sich für eine allgemeine Ausnahme von Kunst und Kultur aus dem Anwendungsbereich von TTIP einzusetzen. Nur so ist der effektive Schutz der kulturellen und medialen Vielfalt Europas gewährleistet.

     

    Die Annahme, Kunst und Kultur seien von TTIP nicht betroffen, ist ein Mythos.

    Jedes Buch, jeder Film, jede Theatervorstellung, jedes Musikevent ist als kulturelles Produkt mit einem finanziellen Wert Teil des internationalen Handels und damit Gegenstand von Freihandelsverhandlungen – genauso bei TTIP. Die Annahme, bei TTIP werde nicht über den Kunst-, Kultur- und Medienbereich verhandelt, ist ein Mythos. Das Mandat der Europäischen Kommission enthält keine „kulturelle Ausnahme“, wie vielfach behauptet wird. Der Kulturbereich ist nicht aus den Verhandlungen ausgeklammert. Lediglich für audiovisuelle Dienstleistungen (Film, TV, Radio) ist eine Ausnahme im Kapitel zum Dienstleistungshandel und zur Niederlassung vorgesehen, in allen anderen Bereichen des TTIP aber, wie Investitionsschutz oder regulatorische Kohärenz, kann über audiovisuelle Medien verhandelt werden und über nicht-audiovisuelle Medien sowieso.

    Zur Diskussion stehen damit sämtliche Förderungen, Regulierungsmaßnahmen und Standards zum Schutz und zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt und der Medienvielfalt bzw. Medienfreiheit in Europa. Denn mit den USA steht der EU ein Verhandlungspartner gegenüber, der ein grundsätzlich anderes Verständnis von Kultur- und Medienpolitik hat. Aus Sicht der USA sind Kultur und Medien reguläre Handelsprodukte, die möglichst frei am Markt zirkulieren sollen. Staatliche Fördermaßnahmen erscheinen aus dieser Perspektive nur als wirtschaftspolitisch motivierter Protektionismus, der den freien Handel beschränkt. Demgegenüber zählt es zum europäischen Selbstverständnis, Kultur nicht auf ihren Warencharakter zu reduzieren, sondern ebenso als Träger gesellschaftlicher Werte und Identitäten sowie ästhetischer Positionierungen aufzufassen. Daraus leitet sich die Verantwortung des Staates ab, eine Vielfalt an Kultur zu ermöglichen – jenseits des Diktats des jeweils aktuellen Publikumsgeschmacks oder der Interessen von Investoren. Dies ist aber nur möglich, wenn der Staat kulturpolitisch agieren kann. Den bestehenden und künftigen kulturpolitischen Spielraum zu wahren, ist somit oberste Prämisse für den nachhaltigen Schutz der Vielfalt von Kunst, Kultur und Medien in Europa – auch und insbesondere in Freihandelsverhandlungen.

    Ob und in welcher Art und Weise Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der kulturellen und medialen Vielfalt jeweils konkret erforderlich und gewollt sind, muss weiterhin das Ergebnis demokratischer Willensbildungsprozesse sein und darf nicht das Ergebnis handelsrechtlicher Verpflichtungen und internationaler Schiedsgerichte werden, die diese auslegen.

     

    Wir brauchen eine allgemeine Kulturausnahme statt schwammiger Zusagen.

    Bislang ist nicht erkennbar, wie die Europäische Kommission gedenkt, Kultur und Medien vor negativen Auswirkungen durch TTIP zu schützen. Jene wenigen Papiere, die zu dieser Thematik veröffentlicht wurden, geben großen Anlass zur Sorge. Es scheint, als würde die Kommission eine Minimalversion anstreben, die alles andere als einen effektiven und umfassenden Schutz der kulturellen und medialen Vielfaltsförderung in Europa gewährleistet, sondern das Gegenteil bewirkt.

    Wir, die Kunst- und Kulturverbände Österreichs fordern daher:

    – Rechtsverbindliche Regelungen

    Absichtserklärungen sind nicht genug. Die von der Kommission angestrebte „Erwähnung“ des „UNESCO-Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ in der Präambel des TTIP-Abkommens ist nicht ausreichend. Eine Erwähnung in einer Präambel alleine entfaltet keine rechtlich bindende Schutzwirkung. Im besten Falle ist sie bei Streitfällen eine Auslegungshilfe. Es braucht daher zusätzlich eine klare Verankerung aller Ausnahmen für Kunst, Kultur und Medien in den bindenden TTIP-Kapiteln.

    – Ausnahmen für audiovisuelle UND kulturelle Sektoren

    Das Mandat verpflichtet die Europäische Kommission, audiovisuelle Dienstleistungen aus den TTIP-Verhandlungen auszuklammern. Diese Ausnahme gilt jedoch nur für den audiovisuellen Sektor (Film, TV, Radio), nicht für andere Kultursektoren wie beispielsweise Literatur und den Verlagssektor, Theater und Musikauftritte, Bibliotheken, Museen und Archive. Auch in diesen Bereichen dürfen keine neuen Zugeständnisse und Liberalisierungsverpflichtungen durch TTIP entstehen. Die Ausnahme für audiovisuelle Dienstleistungen ist daher auf alle kulturellen Sektoren auszuweiten.

    – Technologieneutrale Definition von Ausnahmen

    Die technologischen Entwicklungen haben die Art und Weise, wie Kultur geschaffen, verbreitet und konsumiert wird, grundlegend verändert. Welche Technologien und Verbreitungsplattformen in den nächsten zehn, zwanzig, dreißig Jahren relevant werden, ist heute nicht vorhersehbar. Es ist daher unbedingt erforderlich, Ausnahmen für Kultur und Medien technologieneutral zu definieren. Es muss außer Frage stehen, dass ein Buch ein kulturelles Gut ist, unabhängig davon, ob es als gedrucktes Buch oder als E-Book erscheint. Gleiches gilt für den Film-, TV-, Radio- und Musiksektor. Gerade in diesen Sektoren ist das US-Interesse an einer möglichst weitgehenden Marktöffnung – angesichts der dominanten Stellung von US-Unterhaltungs-, Medien- und Internetkonzernen – besonders groß. Bei Onlinediensten im Bereich Film, TV, Radio und Musik muss genauso außer Frage stehen, dass es sich um kulturelle Dienste handelt und nicht, wie von den USA propagiert, um Informations- oder Telekommunikationsdienste, die Daten übermitteln.

    – Berücksichtigung der Bandbreite an Maßnahmen zur Vielfaltsförderung

    Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt und der Medienvielfalt bzw. der Medienfreiheit setzen nicht nur in den Kultur- und Mediensektoren an. Auch Regulierungen in anderen Bereichen zielen auf Standards im Kulturbereich und die Vielfaltsförderung ab, beispielsweise im Bildungssektor, im Arbeits- und Versicherungsbereich oder dem Telekommunikationssektor (z.B. die „must carry“ Regelungen, die Kabelnetzbetreiber verpflichten, lokale und öffentlich-rechtliche Sender miteinzubeziehen). Derartige Regulierungen müssen weiterhin möglich sein, um einen effektiven und umfassenden Schutz der kulturellen und medialen Vielfaltsförderung zu gewährleisten.

    – Berücksichtigung in sämtlichen TTIP-Kapiteln

    TTIP ist mehr als ein reines Freihandelsabkommen. Im Rahmen der sogenannten „transatlantischen Partnerschaft“ werden nach aktuellem Verhandlungsstand genauso Investitionsschutzklauseln, Maßnahmen zu mehr regulatorischer Kompatibilität und gemeinsame Regeln angestrebt. Ausnahmen zum Schutz der kulturellen und medialen Vielfaltssicherung dürfen sich daher nicht auf das TTIP-Kapitel über den Marktzugang beschränken, sondern müssen sich auf den gesamten TTIP-Anwendungsbereich erstrecken. Andernfalls drohen geplante Schutzmaßnahmen ins Leere zu laufen.

    Keine Investitionsschutzbestimmungen

    TTIP braucht keine Bestimmungen zum Investitionsschutz und Investor-Staat-Schiedsklauseln. Sowohl in den USA als auch der EU und ihren Mitgliedstaaten gelten rechtsstaatliche Prinzipien. Ebenso existieren in den USA und der EU etablierte Gerichtswesen. Der Rechtsweg steht allen offen. Investitionsschutz und Investor-Staats-Schiedsverfahren bergen die Gefahr, Verfassungs- und Rechtsordnungen zu unterlaufen und die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit von Staaten zu unterhöhlen.

    Keine Verhandlungen über Urheber- und Leistungsschutzrechte

    Urheber- und Leistungsschutzrechte werden im internationalen Kontext im Rahmen der Welthandelsorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organizsation, WIPO) verhandelt. Hier werden internationale Abkommen zum Urheber- und Leistungsschutzrecht geschlossen. Der zusätzliche Nutzen eines Kapitels über Regeln zum Urheber- und Leistungsschutzrechts in TTIP ist nicht erkennbar. Dies umso mehr, weil sich das europäische Urheberrecht und das US-amerikanische Copyright-System grundlegend unterscheiden. Die Grundprinzipien des europäischen Urheberrechts, die den/die Urheber/in und seine/ihre wirtschaftlichen und ideellen Rechte in den Mittelpunkt stellen, sind nicht verhandelbar.

      

    Wir brauchen eine Politik, die sich in den TTIP-Verhandlungen für Kunst und Kultur stark macht und eine allgemeine Kulturausnahme in TTIP verankert.

    Wir appellieren aus all diesen Gründen dringend an die politischen Verantwortlichen, konsequent und kompromisslos für eine rechtlich bindende allgemeine Ausnahme für Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der kulturellen und medialen Vielfalt aus dem TTIP-Anwendungsbereich einzutreten.

    Wir erinnern eindrücklich daran, dass sowohl die Europäische Union als auch ihre Mitgliedstaaten sich darauf verständigt haben, für die Wahrung des kulturpolitischen Gestaltungsspielraums auch in Handelskontexten einzutreten und diesem Bekenntnis mit Beitritt zum „UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ völkerrechtlich bindend Ausdruck verliehen haben.

    Es geht nicht nur um die Bewahrung des Status Quo. Es geht ebenso um die Frage, ob und in welchem Umfang zukünftig noch Kultur- und Medienpolitik auf Basis demokratischer Willensbildung möglich sein wird oder nicht. Es geht um die Frage, in welchem Ausmaß und in welcher Vielfalt und zu welchen Bedingungen in Zukunft Kunst und Kultur entstehen und bestehen kann. Es geht um die Vielzahl und Vielfalt von künstlerischen, kulturellen und medialen Angeboten ebenso wie um Zugänge zu ihnen, es geht um die Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit des künstlerischen und kulturellen Schaffens und um die Existenzfähigkeit von selbständig agierenden Künstlerinnen und Künstlern sowie von eigenständigen Kunst- und Kultureinrichtungen. Es geht um die Umsetzung der in den Verfassungen Österreichs und der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie der EU-Charta festgeschriebenen Kunst- und Medienfreiheit.

    Wien, 15. April 2015

    AGMÖ – Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung Österreich
    Leonore Donat

    Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden
    Maria Anna Kollmann

    Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler, Künstlerhaus
    Kurt Brazda

    Gewerkschaft GdG-KMSFB

    Sektion Musik – HG VIII
    Thomas Dürrer

    IG Autorinnen Autoren
    Gerhard Ruiss

    IG Freie Theaterarbeit
    Sabine Kock

    IG Kultur Österreich
    Gabi Gerbasits

    IG Übersetzerinnen Übersetzer
    Brigitte Rapp

    Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft,
    Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
    Franz Otto Hofecker

    Kulturrat Österreich
    Maria Anna Kollmann

    KUPF – Kulturplattform Oberösterreich
    Richard Schachinger

    Österreichischer Musikrat
    Harald Huber

    österreichische kulturdokumentation. internationales archiv für kulturanalysen
    Veronika Ratzenböck

    Musikergilde
    Peter Paul Skrepek

    VIDC – Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit
    Franz Schmidjell

     

    [2016-04-07]

    Kulturelle Vielfalt in der Schweiz: Tagung / Diversité culturelle en Suisse: Journée Thématique

    Une journée thématique le 20 mai prochain « Comment valoriser la diversité des expressions culturelles en Suisse ? », organisée par l’OFC en partenariat avec l’Université de Fribourg, rassemblera des professionnels du secteur culturel; des ateliers de suivi auront lieu le lendemain, 21 mai (journée mondiale de la diversité culturelle), afin de tirer les conclusions du débat et proposer des mesures. (Suivi de l'Assemblée générale de la Coalition suisse pour la diversité culturelle.) 

    Programm / Programme

    [2016-04-05]

    Promotion de la lecture: Journée au Salon du Livre Genève

    Inscrite dans la nouvelle politique de promotion de la lecture mise en place par l’Office fédéral de la culture pour la période 2016-2020, une journée de débats rassemblera le 29 avril 2016 les professionnels du monde du livre et de la lecture. Une occasion de faire un état global de la situation et d’identifier les lacunes et les besoins des acteurs représentés. Au programme, interventions, tables rondes et ateliers pratiques sur les grands enjeux relatifs à la promotion de la lecture chez les enfants, les adolescents et les jeunes adultes en Suisse et sur les mesures et projets initiés au niveau cantonal, intercantonal et fédéral dans le domaine. Cette journée gratuite s'adresse exclusivement aux professionnels du monde du livre et de la lecture. L’inscription est obligatoire. Toutes les interventions seront simultanément traduites en français et en allemand.  Inscriptions (votre badge vous permettra de visiter le salon le 29 avril)

    [2016-03-23]

    The TPP and Cultural Diversity

    This study questions why Canada agreed to weaker protections for culture and cultural industries in the TPP than in other trade treaties, including the North American Free Trade Agreement (NAFTA) and pending CETA with the European Union. The study also finds that the TPP enshrines a neoliberal interpretation of culture that is at odds with Canadian and international standards for the promotion of cultural diversity. The diluted protections in the TPP threaten the integrity of Canada’s cultural policies in favour of foreign commercial interests, especially the U.S. entertainment industry. 

    Download: CCPA Canadian Centre for Policy Alternatives

    Kanada, vormals Vorstreiterland für die kulturelle Vielfalt und die Unesco-Konvention, ist unter Trudeau dabei, die Schäden des Harper-Régimes zu analysieren.

    [2016-03-18]

    Texte im digitalen Zeitalter – Nos associations d’écrivains et de traducteurs revendiquent une meilleure protection des textes littéraires à l’âge numérique

    Déclaration de l’association des Autrices et auteurs de Suisse AdS et des associations autrichiennes el allemandes d'auteurs à l’occasion de la Foire du livre de Leipzig et du Salon du livre de Paris. Erklärung des AdS Autorinnen und Autoren der Schweiz, der deutschen und österreichischen Autorenverbände anlässlich der Leipziger Buchmesse und des Salon du livre in Paris. 

    Communiqué der presse (fr)

    Pressemitteilung (de)

    [2016-02-29]

    Mutation numérique du marché de la publicité

    Un ouvrage de 1412 pages détaille les résultats d'une étude supervisée au niveau européen par le Prof. Badillo, Université de Genève. La photographie des propriétaires de médias à travers le monde et la quantification de la concentration est proposée. Internet cannibalise la pluralité. La Suisse fait figure dʹexception dans le paysage médiatique mondial.  Medialab Université de Genève


    [2016-02-15]

    Rückgang der Buchkritiken in deutschen Zeitungen auf 50%, in der NZZ auf 36%

    Laut einer Statistik des Perlentaucher hat sich von 2001 bis 2014 die Zahl der Buchkritiken in den dort ausgewerteten Qualitätszeitungen halbiert: von 6.680 Kritiken im Jahr 2001 auf 3.372 Kritiken im Jahr 2014. Für die NZZ lauten die Zahlen 1420 und 508 (=36%).  Artikel lesen

    [2016-02-15]

    Stifterverein Medienqualität Schweiz will sich für Qualitätsmessungen einsetzen

    Eine erfreuliche Entwicklung in unerfreulichem Umfeld: der 2014 gegründete Stifterverein Medienqualität Schweiz tritt formiert an die Öffentlichkeit. Sein Ziel ist es, Ende Sommer 2016 die Resultate eines «neuartigen und umfassenden Qualitätsratings der Schweizer Informationsmedien» zu präsentieren. Das Informationsangebot der rund 40-50 reichweitenstärksten überregionalen Pressetitel, Newssites und Informationsformate der elektronischen Medien (Radio/TV) soll «wissenschaftlich nach einem vorgegebenen Raster in Bezug auf relevante Qualitätsaspekte analysiert, verglichen und bewertet» werden. «Das Rating soll eine Orientierungshilfe und eine Aussenreferenz für alle Personen und Institutionen sein, die mit Medien zu tun haben. Und es richtet sich insbesondere auch an die Medienschaffenden selbst.» Die Qualität der Medien wird anhand wissenschaftlicher Methoden erhoben. Das Rating umfasst drei Module: - Die organisatorische Qualitätssicherung der Medienhäuser - Die Berichterstattungsqualität der Medien - Die Qualitätswahrnehmung bei Stakeholdern und beim Publikum Die Messung auf drei Ebenen ermöglicht eine faire und unabhängige Bewertung der wichtigsten Informationsgefässe der Schweizer Medien. Mit diesem Vorgehen wird das Fachwissen dreier Spezialisten gebündelt und vernetzt und die Medienqualität in drei wesentlichen Dimensionen bewertet. Dieser Prozess verspricht einen deutlichen Mehrwert an Aussagekraft und Objektivität. Zuständig sind bekannte Persönlichkeiten: Vinzenz Wyss, Professor für Journalistik, Institut für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW Winterthur, Mark Eisenegger, Co-Institutsleiter, fög-Forschungsinstitut der Universität Zürich (Jahrbuch Qualität in den Medien), und Diana Ingenhoff, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Freiburg. Das Rating wird vom Stifterverein Medienqualität Schweiz verantwortet und herausgegeben, dessen Präsident der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter ist. Federführend beim Projekt ist ein Steuerungsausschuss, dem neben dem Präsidenten weitere Vorstandsmitglieder des Stiftervereins sowie die drei beauftragten Institute angehören. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Institute ist garantiert. Die Mitgliedschaft scheint jedermann offen zu sein.  Website

    Artikel von Rainer Stadler in der NZZ


    [2016-02-03]

    EU-Parlament beschliesst kritische TISA-Resolution mit 532 zu 131 Stimmen bei 36 Enthaltungen.

    „Das Europäische Parlament hat in der Abstimmung zur Resolution über das Handelsabkommen TiSA soeben einen klaren Arbeitsauftrag an die EU-Kommission erteilt: Die Verhandlungen müssen transparenter und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger geführt werden“, sagte SPÖ-Europaabgeordnete Karoline Graswander-Hainz, Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel, unmittelbar nach der Abstimmung in Straßburg. „Es kann für uns SozialdemokratInnen keine Vereinbarung ohne Schutz geben, aber auch keinen Schutz ohne Vereinbarung.“ Die Abstimmung heute betraf die Forderungen des Parlaments an die Kommission, über das TiSA-Abkommen selbst wird erst nach Verhandlungsende abgestimmt werden. «Le vote d'aujourd'hui est révolutionnaire. Je suis fière d'avoir réuni un large soutien à travers l'échiquier politique pour changer l'orientation de la politique commerciale de l'UE, dans l'intérêt des entreprises et des consommateurs de l'UE», a déclaré le rapporteur Viviane Reding (PPE, LU), après que le Parlement ait soutenu la résolution par 532 voix à 131, avec 36 abstentions. Allerdings sind eine Reihe von Änderungsanträgen der Grünen und Linken nicht angenommen worden. Die Grünen haben zwei zentrale Anträge eingebracht, die keine Mehrheit gefunden haben. Die EU-Kommission sollte aufgefordert werden, ihr Verhandlungsmandat entsprechend der Parlamentskritik zu ändern und die endgültige Zustimmung an die Erfüllung der Kriterien des Parlaments zu binden. «Das ist eine verspielte Chance. Dennoch haben wir Grüne eine Reihe wichtiger Punkte durchgebracht. Etwa, dass öffentliche Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit von TiSA ausgenommen werden. Das ist ein wichtiges Signal», sagte die Grüne Europaabgeordnete Monika Vana. 

    Communiqué (français)

    Pressemitteilung deutsch

    Der angenommene Text (vorläufige Ausgabe) ist verfügbar (PDF)

    [2016-02-03]

    BRD: Kabinett will Buchpreisbindung auch für E-Books

    Die Buchpreisbindung soll in Deutschland auch für E-Books verbindlich werden. Der entsprechende Gesetzesentwurf von Kulturstaatsministerin Monika Grütters MdB kann auf Beschluss des Bundeskabinetts nun in den Bundestag eingebracht werden. Der gebundene Ladenpreis ist für die Vielfalt im Buchmarkt von herausragender Bedeutung. Er sichert, dass unabhängig davon, wo ein Buch erworben wird, immer der gleiche Preis zu zahlen ist. Das stärkt den stationären Buchhandel in der Fläche. Branchenüblich wurde die Preisbindung auch auf E-Books angewendet, bisher fehlte in dem Gesetzestext aber ein expliziter Hinweis auf elektronische Bücher. Mit der Ausdehnung der Buchpreisbindung auf E-Books soll diese Gesetzeslücke jetzt geschlossen werden. 

    [2016-01-26]

    Österreich und BRD: Parlamente sollen Einsicht in TTIP-Texte erhalten

    Auf Grund der Ende 2015 getroffenen Vereinbarungen der Verhandlungspartner, mehr Transparenz zu schaffen, sollen nun die österreichischen und deutschen Parlamentarierinnen und Parlamentarier (Nationalrat/Bundesrat bzw. Bundestag/Bundesrat) ab 1. Februar in Leseräumen «konsolidierte» TTIP-Texte lesen können. Die österreichische Nationalratspräsidentin Doris Bures meinte dazu in einer Stellungnahme, ob die vorgeschlagenen Einsichtsrechte tatsächlich ausreichend sein werden, müsse sich erst in der Praxis erweisen. 

    Bericht in der SZ

    Unterdessen wird nach wenigen Stunden publik, dass die Einsicht nur unter schwerwiegenden Auflagen erfolgt, die an die Praktiken bei Besuchen in Gefängnissen erinnern. Siehe den Beitrag in der Süddeutschen Zeitung, den wir hier verlinken.

    [2016-01-19]

    TiSA/ACS: La Commission INTA Commerce extérieur/international du Parlement Européen a voté sur les Recommendations avec des amendements
    Der Ausschuss Internationaler Handel des EP beschließt Viviane Redings TiSA-Grundsätze mit weitreichenden Änderungen

    Les négociations d'un accord sur le commerce des services devraient offrir des règles internationales et plus de possibilités pour les entreprises de l'UE de fournir des services dans des pays tiers. Mais "rien ne devrait empêcher les autorités européennes, nationales, locales de maintenir et appliquer leurs législations", disent les députés du commerce international dans les recommandations, votées lundi, aux négociateurs de l'UE. Les recommandations, rédigées par la députée européenne Viviane Reding (PPE, LU), ont été approuvées par 33 à 6 votes, avec abstentions. "Nous envoyons un message fort aux négociateurs à propos du commerce des services que nous voulons et de celui que nous ne voulons pas. Nous voulons une meilleure réglementation internationale, et pas une réglementation nationale inférieure. Nous voulons de la concurrence par les règles, pas pour les règles. Nous voulons des conditions de concurrence égales, pas un champ de bataille mondial", a déclaré Mme Reding après le vote.  Lire le Communiqué de presse

    deutsche Version des Communiqués [bereinigtes Dokument liegt noch nicht vor]

    Interview Viviane Reding vor den Ausschussverhandlungen

    mk. Die Mehrheit der Fraktionen hofft offenbar, mit dem aufgestellten Forderungskatalog die Verhandlungen in eine richtige Richtung lenken zu können. Vermutlich dürfte jedoch der handelspolitische Sprecher der Linksfraktion im EP Recht behalten, wenn er sagt: «Die Verhandlungsführer der EU-Kommission werden sich durch diese Resolution eher bestärkt sehen. Ich rechne nicht mit einem Umdenken, sondern vielleicht schon in diesem Jahr mit der Vorlage eines TiSA-Abkommens, das Verbraucherschutz schwächt und demokratische Rechte beschneidet.»

    [2016-01-18]

    Schweizer Initiative will den gebührenfinanzierten Rundfunk abschaffen

    Nach dem Scheitern einer ersten ist nun eine zweite Initiative gegen die Rundfunkgebühr zustande gekommen. Die Initianten aus Kreisen der FDP und SVP wollen Konzessionen für Radio und Fernsehen durch den Bund versteigern lassen und nur noch durch Werbung und Bezahlmodelle finanzierte Kanäle zulassen. Wie allerdings sich die heutige programmliche Vielfalt in den einzelnen Regionen, Minderheitenprogramme und die Kulturproduktion der SRG erhalten liessen, wird von den politikverdrossenen Kämpfern gegen die bewährte Finanzierungsmethode in ihren Verlautbarungen nirgends vorgerechnet. 


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